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neuer GeoPoint ausgezeichnet

In Balingen herrschte einst reger Kurbetrieb. Von dieser Tradition erzählt heute noch der Schwefelbrunnen in der Stadtmitte. Am 22. Juli 2020 wurde er Geopoint im UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb. 

Schwefelbrunnen Balingen

Balingen besitzt einen Schatz: ein natürliches Vorkommen von Schwefelwasser. Seine gesundheitsfördernde Wirkung ist hier schon seit dem Mittelalter bekannt. 1724 wurde am Ufer der Steinach eine besonders ergiebige Quelle entdeckt und ein Bad eingerichtet. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte Balingen einen regelrechten Kurbetrieb. Diese Tradition gehört längst der Vergangenheit an. Verblieben ist lediglich der Balinger Schwefelbrunnen, der durch die Auszeichnung als Geopoint nun eine besondere Würdigung erfährt.

Woher kommt das Schwefelwasser?
Bei der Suche nach Trinkwasser stieß man in ungefähr sechs Meter Tiefe auf das Schwefelwasser-Vorkommen, das den Brunnen speist. Es stammt auf einer über 180 Millionen alten Gesteinsformation, den Schichten des Unterjuras. Diese Gesteine sind reich an organischem Material und enthalten das Mineral Pyrit (im Volksmund auch „Katzengold“ genannt). Wenn Pyrit mit sauerstoffhaltigem Wasser in Kontakt kommt, entsteht eine Schwefelverbindung (Sulfat). Sulfat ist die Ursache für den typisch leicht bitteren Geschmack und die wohltuende Wirkung des Schwefelwassers. Es wird beispielsweise bei Rheumatismus, Magen/Darm- und Hauterkrankungen eingesetzt. Die nächste Schwefelquelle ist in Bad Sebastiansweiler in Mössingen. In der dortigen Kurklinik kann man ein Schwefelbad nehmen.

„Die außergewöhnliche Geologie der Schwäbischen Alb hat hier Kulturgeschichte geschrieben. Davon erzählt dieser Geopoint eindrucksvoll“ erklärt Dr. Siegfried Roth (Geopark-Geschäftsführer). Günther-Martin Pauli (Landrat Zollernalbkreis) freut sich: „Der Geopark bringt Einheimischen und Touristen das reiche geologische Erbe auf der Schwäbische Alb näher. Wir sind stolz, dass wir im Landkreis jetzt den vierten Geopoint haben.“ Helmut Reitemann (Oberbürgermeister Stadt Balingen) ergänzt: „Wir freuen uns sehr über den neuen Geopoint. Durch die Auszeichnung des Zillhauser Wasserfalls hat dieser sehr an Bekanntheit gewonnen und zieht heute Besucher aus nah und fern an." Geopoints im Zollernalbkreis sind außerdem der Nusplinger Plattenkalk und das Schiefererlebnis Dormettingen.

Besucherlenkung durch Geopoints
Geopoints sind wichtige Komponenten im Besucherlenkungskonzept des Geoparks. Sie kennzeichnen Geotope oder Objekte, an denen die Erdgeschichte der Schwäbischen Alb erlebbar wird. Der Schwefelbrunnen Balingen ist bereits der 32. Geopoint. Mittelfristig plant der UNESCO Geopark Schwäbische Alb hundert Geopoints auf der Schwäbischen Alb auszuweisen. Dazu werden vor Ort Infotafeln in Deutsch und Englisch aufgestellt. Auf der Website des Geoparks unter www.geopark-alb.de gibt es weiterführende, mehrsprachige Infos, die per QR-Code abgerufen werden können.

Das Geopark-Netzwerk umfasst außer den Geopoints auch 28 Infostellen. Im Zollernalbkreis gehören das Fossilienmuseum von Holcim in Dotternhausen und das Museum im Kräuterkasten in Albstadt-Ebingen dazu.

 

Geologie auf der Zollernalb